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MIGRÄNE

11 Kopfschmerzsyndrome

11.3 Migräne Was die Presse über unsere Migränebehandlung berichtet: www.1-migraene.de/artikel1

Im ersten Abschnitt wird die M igräne als Krankheit ausführlich erklärt und alle (schulmedizinischen) Behandlungsmöglichkeiten einschließlich der Migräneprophylaxe (= Migränevorbeugung) werden beschrieben.
Im zweiten Abschnitt werden Kopfschmerzerkrankungen (Kombinationskopfschmerz) vorgestellt, bei denen eine M igräne beteiligt ist.

Die Migräne ist eine organische Erk rankung und nicht etwa ein psychisches oder psychosomatisches Leiden.
Obwohl Studien die Theorie von der "Migräne persönlichkeit" widerlegt haben wollen, fällt in der täglichen Praxis auf, daß bei Patienten mit einer M igräne die pflichtbewußte Persönlichkeit deutlich überwiegt. Der typische Migränepatient kommt z.B. sehr pünktlich zu einer Verabredung bzw. ist meist schon vor der verabredeten Zeit da. Im Beruf achtet ein Migränepatient sehr darauf, daß alles geordnet abläuft, er mag es nicht, wenn gegen Feierabend noch unerledigte Vorgänge herumliegen. Auffallend ist auch, daß Patienten mit einer Migräne sehr wenige, krankheitsbedingte Fehltage aufweisen. Der Haushalt einer Migränepatientin ist in aller Regel sehr geordnet und vor allem sauber ("man könnte fast vom Fußboden essen"). Hinter der "Migränepersönlichkeit" steckt also eine gewisse Zwanghaftigkeit. Eine multimodale (= mehrere Bereiche umfassende) Mig ränetherapie wird diese Veranlagung im therapeutischen Konzept im Rahmen der Schmerzpsychologie berücksichtigen.

Etwa 6-8% der männlich Bevölkerung leidet unter einer M igräne, bei Frauen sind es 16-24%. Interessant ist die Feststellung, daß nur 50% der Migränepatienten wegen dieser Erk rankung zu Arzt gehen, 30% befinden sich regelmäßig in ärztlicher Behandlun g (Diener 1997).

Die M igräne tritt nicht einheitlich auf, sondern in den verschiedensten Variationen. Von Bedeutung ist deshalb bei Migräne eine genaue Anamnese (= Erhebung der Vorgeschichte). Diese erlaubt nicht nur eine exakte Klassifikation (= Bestimmung der Kopfschmerzart), sondern kann Hinweise auf mögliche organische Ursachen geben und ist dann richtungsweisend für weiterführende Untersuchungen.
Es empfiehlt sich, auch bei Patienten mit
M igräne einen standardisierten Fragebogen zu verwenden, um möglichst alle Kriterien zu erfassen. Lokalisation, Dauer und Häufigkeit von Kop fschmerzen sowie Angaben zur Schmerzqualität sind genau zu erfragen. Für die Mig ränetherapie kann die Kenntnis spezifischer Auslösesituationen oder- mechanismen (z.B. Genuß von Rotwein, Schokolade, Käse) von großem Wert sein. Dazu gehört auch die Frage nach bisherigen erfolglosen Therapieversuchen. Der Patient ist zu Recht enttäuscht, wenn ihm Methoden, die ihm bisher keine Erleichterung brachten, noch einmal angeboten werden. Erfolg oder Mißerfolg einer Migränebehandlung wird, besonders bei Versuchen zur Migräneprophylaxe (= Migränevorbeugung), erst durch Dokumentation aller Kopfschmerzereignisse über einen längeren Zeitraum (Migränetagebuch) beurteilbar.
Wichtig ist auch die Erhebung einer biographischen Anamnese
(= Erhebung der Vorgeschichte unter psychosozialen Aspekten), um den Einfluß psychischer Belastungen auf das Schmerzgeschehen im Sinne einer Beschwerdeverstärkung oder gar -auslösung beurteilen zu können.

Die M igräne gehört zur Gruppe der primären Kopfschmerzen. Dieser Begriff bezeichnet Kopfschmerzen, die nicht als Krankheitszeichen auf eine faßbare organische oder psychische Grundkrankheit zurückzuführen sind. Sie gelten als eigenständige Schmerzkrankheiten, die im Gegensatz zum symptomatischen (= als Folge einer bekannten Krankheit auftretender) Kopfschmerz nicht kausal (= ursächlich, gegen die Grundkrankheit gerichtet) behandelt werden können (Soyka 1989).

Bei der Migräne tritt in typischer Weise ein anfallsartiger, bevorzugt halbseitiger Kopfschmerz (Hemicrania) auf, begleitet von Übelkeit bis hin zu Erbrechen, Lärm- und Lichtempfindlichkeit. Darüber hinaus kann es zu Seh- und Nervenstörungen kommen. Fast regelmäßig wird die Schmerzqualität als pulsierend, pochend und hämmernd angegeben.
Ätiologie
(= Krankheitsursache) und Pathogenese (= Krankheitsentwicklung) sind letztlich noch nicht sicher geklärt. In der Literatur häufen sich Hinweise, daß auch ein sog. offenes Foramen ovale (engl. PFO = patent foramen ovale) (= nach der Geburt weiterhin bestehende Öffnung zwischen den Herzvorhöfen, die ab einem bestimmten Ausmaß krankhaft werden kann) für die Migränekrankheit ursächlich sein kann. Die Häufigkeit wird mit bis zu 50% angegeben.

Nach der IHS-Klassifikation von 1988 gibt es hauptsächlich zwei Migränegruppen:

Die frühere Einteilung in einfache Migräne, klassische M igräne und komplizierte Migräne wurde aufgegeben.

Die einzelnen Migränetypen (IHS-codierte Klassifikation )(Göbel 1994) sind:

M igräne ohne Aura

Migräne mit Aura

M igräne mit typischer Aura

M igräne mit prolongierter Aura

Familiäre hemiplegische Aura

Basilarismigräne

Mig räneaura ohne Kop fschmerz

M igräne mit akutem Aurabeginn

Ophthalmoplegische M igräne

Retinale Migräne

Periodische Syndrome in der Kindheit als möglicher Vorläufer oder Begleiterscheinungen einer M igräne

Gutartiger paroxysmaler Schwindel in der Kindheit
Alternierende Hemiplegie in der Kindheit
M igräne -Komplikationen:
Status migraenosus
Migränöser Infar kt
Migräneartige Störungen, die die genannten Kriterien nicht erfüllen

Die genaue Klassifikation der Migränekopfschmerzarten ist manchmal nicht ganz einfach, weshalb nachstehend einige Erläuterungen folgen:

Migränebehandlung:

Zunächst muß der Patient eingehend über die Migräne Erkrankung aufgeklärt und über die Behandlungsmöglichkeiten (Migränemittel) informiert werden. Auf anamnestisch (= aus der Vorgeschichte) eruierte auslösende Faktoren (z.B. Schokolade, Käse, Rotwein) sollte besonders eingegangen werden. Hinweise auf eine vernünftige Lebensweise sind hilfreich, so z.B. regelmäßige Ruhezeiten, maßvolle körperliche Aktivitäten, möglichst Verzicht auf Alkohol und Nikotin und Vermeidung von Streß situationen.

Thera pie der akuten Migräneanfälle:

Ganz wichtig ist der Hinweis, daß Analgetika (= Schmerzmittel) möglichst frühzeitig einzunehmen sind, d.h., der Patient darf nicht abwarten, bis das Vollbild des Migränekopfschmerz es eingetreten ist, sondern die Medikamenteneinnahme soll schon bei den ersten Anzeichen erfolgen.
Als Migränemittel der ersten Wahl gilt noch immer die Einnahme von Acetylsalicylsäure (ASS) 1-1,5 g.
Bei ungenügender Wirkung von ASS empfiehlt sich ein Versuch mit Paracetamol, 1-1,5 g (in Form von Tbl., Saft oder Zäpfchen).
Nichtsteroidale Antirheumatika (z.B. Naproxen, Diclofenac, Ibuprofen) sind gegen M igräne ebenso wirksam wie ASS bei vergleichbarer oder geringerer Nebenwirkungsrate.Besonders magenschonend sind die sog. COX-2 Inhibitoren, z.B. Parecoxib oder Etoricoxib, allerdings scheint diese Stoffgruppe mit einem Herz-/Kreislauf-Risiko verbunden zu sein, zumindest bei längerer Therapiedauer. Es bleibt abzuwarten, ob Parecoxib und Etoricoxib nicht auch noch vom Markt genommen werden, wie schon andere Mittel dieser Stoffgruppe zuvor.
Bewährt hat sich bei stärkeren Migränekopfschmerzen auch die Kombination von 1g ASS mit 1g Paracetamol.
Auch ein Therapieversuch mit Metamizol ist bei M igräne manchmal lohnend.
Ein potentes Migränemedikament ist der Serotoninagonist
(= Mi ttel, das dem Gewebshormon Serotonin entgegenwirkt) Sumatriptan. Entweder zum Einnehmen, selbst unter die Haut gespitzt oder als Nasenspray. Bei Wiederauftreten von Kop fschmerzen maximal zwei Verabreichungen in 24 Std. Häufiger wurde über ernstzunehmende Nebenwirkungen berichtet, auch in den Medien. Bei Beachtung der Anwendungsbeschränkungen kann das Verhältnis von Wirksamkeit und Verträglichkeit jedoch als günstig angesehen werden (Tfelt-Hansen 1993). Wegen des relativ hohen Preises dürfte Sumatriptan (gilt auch für andere Triptane) allerdings erst dann zum Einsatz kommen, wenn andere Migränemittel nicht den gewünschten Erfolg bringen. Zwischenzeitlich gibt es weitere Triptane: Zolmitriptan, Naratriptan (als Formigran® rezeptfrei), Rizatriptan, Almotriptan, Frovatriptan und Eletriptan.
Zur Behandlung der hemiplegischen, ophthalmoplegischen oder Basilarismigräne sind Triptane allerdings nicht geeignet.

Ergotaminpräparate sind klassische Migränemittel zur Kupierung der Migräneanfälle, wegen der möglichen Nebenwirkungen jedoch nicht ganz unproblematisch. Die Gefahr einer Gewöhnung und Auslösung von zusätzlichen Dauerkopfschmerzen steigt mit zunehmender Einnahmehäufigkeit. Aus diesem Grunde sollten pro Woche nicht mehr als 6mg Ergotamintartrat und pro Migräneattacke nicht mehr als 4mg eingenommen werden (Göbel, Ensink et. Soyka 1994).

Grundsätzlich gilt auch hier, daß zur Mi gränebehand lung die Verwendung von Mischpräparaten (z.B. Ergotamintartrat mit Koffein oder Prophyphenazon, Codein, Paracetamol usw.) strikt vermieden werden soll.

Wird der Migränekopfschmerz von Nausea (= Übelkeit, Brechreiz) und Erbrechen begleitet (evtl. auch schon vor dem erwarteten Auftreten dieser Symptome), ist die Verabreichung von Metoclopramid sehr wirksam, zum Einnehmen oder als Zäpfchen bis zu 20mg, i.m. oder i.v. 10mg. Metoclopramid sollte nicht an Kinder unter 10 Jahren verabreicht werden. Es ist vorteilhaft, diese Substanz vor einem Analgetikum (= Schmerzmittel) einzunehmen, weil Metoclopramid die Darmtätigkeit steigert und somit die Resorption (= Aufnahme im Darm) weiterer verabreichter Substanzen fördert. Alternativ kann auch der Dopamin-Antagonist Domperidon (Motilium®) verwendet werden, Tabletten oder Tropfen bis zu 30mg.

Unter stationären Bedingungen, denkbar auch in einem separaten Raum innerhalb einer Praxis, hat sich bei M igräne die Verabreichung einer Infusion (500ml Kochsalzlösung) mit 1g ASS kombiniert mit 10mg Metoclopramid und 1-2mg Flunitrazepam sehr bewährt, bei heftigen Migräneschmerzen zusätzlich 50-100mg Tramadol.

Bei Fragen zur verschreibungsfreien Akut-Therapie der Migräne: www.formigran.de

Nach einem Bericht in der Zeitung "die Welt" vom 24.2.07 kann Flüssigkeitsmangel Migräne bzw. eine Migräneattacke auslösen. Nach einer Studie der Neurologischen Universitätsklinik Wien besserte sich bei 33 von 34 Migränepatienten der Migräneschmerz innerhalb von drei Stunden, nachdem sie einen halben bis dreiviertel Liter Wasser zu sich genommen hatten.

Die therapeutische Lokalanästhesie (= Behandlung mit einem örtlichen Betäubungsmittel bzw. Lokalanästhetika) ist im bereits voll entwickelten akuten Kopfschmerzanfall wenig hilfreich. Allerdings kann bei frühzeitiger Durchführung die Symptomatik in vielen Fällen abgeschwächt werden, so daß oftmals Analgetika (= Schmerzmittel) gar nicht oder in weit geringerer Dosierung als sonst üblich eingenommen werden müssen.
Wir blockieren bei M igräne vorzugsweise mit Bupivacain 0,5% die Nerven supraorbitales (= Ner ven an der Augenbraue) (je ca. 0,5ml), occipitales major (= Ner ven am Hinterkop f) (je ca. 1ml) und minor (je ca. 0,5-1 ml) und infiltrieren die
Schläfe nregion beiderseits (je ca. 1-2ml). Obwohl die Mig ränekopfschmerzen meist nur einseitig auftreten, hat es sich bewährt, diese Behandlun g nicht nur auf die aktuell betroffene Kopfhälfte zu beschränken.
Wenn heftige Mig räneanfälle gehäuft (mehrmals pro Woche) auftreten, sind im Rahmen einer stationären Migränetherapie schmerzseitige Blockaden
(= Betäubungen) des Ganglion stellatum (= eine vegetative Schaltstelle im seitlichen Halsbereich) in engmaschiger Abfolge sehr hilfreich.
Artet die Migräne in einen Status migraenosus
(= länger als 72h anhaltender Migräneanfall) aus, so ist dies eine Indikation (= Anzeige) zur stationären Aufnahme.
Bewährt hat sich die mehrmalige (2-3x in 24 Std.) Verabreichung von 1-2mg Flunitrazepam, initial zusammen mit 40mg Prothipendyl, sowie eine Tropfinfusion mit 100 mg Tramadol, 1g Ass und 10-20mg Metoclopramid. Bei anhaltendem Erbrechen sollte mit der Gabe von Dehydrobenzperidol (z.B. 2,5 mg i.m.) nicht gezögert werden.
Allgemeinmaßnahmen im Migränean fall bestehen in Reizabschirmung (ruhiges und verdunkeltes Zimmer).

Prophylaktische (= vorbeugende) Migränebehandlung:

Nicht immer sind die Patienten bereit, auch im schmerzfreien Intervall konsequent Medikamente gegen die M igräne einzunehmen, so daß oftmals eine ausführliche Aufklärung erforderlich ist. Eine Migränevorbeugung sollte nur dann erfolgen, wenn eine Kopfschmerzattacke mindestens zwei mal pro Monat auftritt. Nach Göbel und Soyka (1994) ist die Indikation auch gegeben, wenn im bisherigen Verlauf mindestens zweimal ein Status migraenosus, eine M igräne mit prolongierter (= verlängerte) Aura oder einmalig ein migränöser Infar kt (= Gewebszerstörung in bestimmten Hirnbereichen infolge von Sauerstoffmangel) aufgetreten sind.
Als M ittel der ersten Wahl gelten Beta-Rezeptorenblocker
(= eigentlich Blutdruckmittel, die aber auch gegen Mi gräne wirken). Allerdings haben nicht alle Substanzen aus dieser Gruppe eine vorbeugende Wirkung auf die M igräne. Relativ sicher wirken Propanolol und Metoprolol (Diener 1989); beide Substanzen werden langsam einschleichend dosiert. Die tägliche Höchstdosierung für Metoprolol beträgt 200mg, für Propanolol 240mg. Bei Ausbildung nicht tolerierbarer orthostatischer (= den Kreislauf betreffende) Störungen oder einer Bradykardie (= zu langsamer Puls) muß diese vorbeugende Mig ränebehandlun g abgebrochen werden (ausschleichend). In der Einschleichphase müssen daher regelmäßige Puls- und Blutdruckkontrollen durchgeführt werden. Die Wirkungsweise der Beta-Blocker in Bezug auf den Migränekopfschmerz ist noch nicht sicher bekannt.
Zur Intervalltherapie bei Mig ränekopfschmerzen eignen sich auch Kalzium-Antagonisten
(= ein Mi ttel das der Wirkung von Kalzium entgegenwirkt). Flunarizin (Sibelium®) sollte aufgrund einer Bewertung durch das Bundesgesundheitsamt nur bei Patienten eingesetzt werden, die unter häufigen und schweren Kopfschmerzattacken leiden und bei denen eine vorbeugende Migränetherapie mit Beta-Blockern kontraindiziert (= gegenangezeigt) ist bzw. keine ausreichende Wirkung gezeigt hat.
Nach einer Studie hat sich Cyclandelat zur Migräneprophylaxe nicht bewährt.
Eine weitere Prophylaxemöglichkeit (3. Wahl) des Migränekopfschmerzes besteht in der Verabreichung von Serotonin-Antagonisten
(= Mi ttel, die dem Gewebshormon Serotonin entgegenwirken). Pizotifen hat einen hemmenden Effekt auf die Serotonin-Freisetzung im Anfangsstadium der M igräne. Lisurid, ein Ergotamin -Derivat, ist ein Serotonin -Partialantagonist. Die Tagesdosis beträgt 0,075 mg. Im Gegensatz zu anderen Autoren (Soyka 1989) wird diese Substanz bei uns kaum verwendet, da bisherige Therapieversuche nicht überzeugt haben.
Zur
Schmerzprophylaxe bei der sog. menstruellen (= regelbedingten) M igräne soll Sulpirid hilfreich sein (Thoden 1986). Göbel und Soyka (1994) empfehlen eine "Kurzzeitprophylaxe" mit 250-500 mg Naproxen, vier Tage vor der erwarteten Regel bis drei Tage danach.
Das Derivat der Lysergsäure, Dihydroergotamin ist zur Vor beugung der Migräne-Kopfschmerzen umstritten. So wird es z.B. in anglo-amerikanischen Ländern dafür nicht verwendet.

Zur Migräneprophylaxe (= Migränevorbeugung) ist in Deutschland auch das Antiepileptikum (= eigentlich ein Mittel gegen die Fallsucht) Topiramat zugelassen. Dieses Medikament sollte aber nur bei Erwachsenen angewendet werden und nur dann, wenn eine Therapie mit Betablockern nicht indiziert (= angezeigt) ist, zuvor nicht erfolgreich war oder nicht vertragen wurde.

Nach einem Bericht in der Welt (19.4.04) soll zur Vorbeugung der M igräne mit Aura die auch regelmäßige Zufuhr von Folsäure geeignet sein.

Wenn die Migräneanfälle gehäuft (z.B. mehrmals pro Woche) auftreten und andere vorbeugende Medikamente (z.B. Beta-Blocker) nicht greifen, ist nach unserer Erfahrung bei einem Migränekopfschmerz auch die therapeutische Lokalanästhesie (= Behandlung mit einem örtlichen Betäubungsmittel bzw. Lokalanästhetika) lohnend, besonders wenn sie über 2-3 Wochen unter stationären Bedingungen 2x täglich konsequent durchgeführt wird (Leser et Hefermann, Schmerzkl inik Bad Mergen theim 1990). Dabei betäuben wir, wie zur akuten Migränebehandlun g schon beschrieben, die das Kranium (= den knöchernen Schädel) versorgenden Ner ven an ihren Austrittspunkten. Ergänzt wird die Behandlun g durch tiefe Infiltration der oft verspannten, an die Halswirbelsäule angrenzenden Muskulatur.
Die Wirkungsweise dieser Mig ränebehandlun g ist nicht geklärt, vermutlich kommt es zu einer tiefgreifenden neurovegetativen Umstimmung.
Diese Wirkungsvorstellung ähnelt sehr dem neuraltherapeutischen Konzept, allerdings mit dem Unterschied, daß statt Procain das lang wirkende örtliche Betäubungsmittel Bupivacain verwendet wird.

Ergänzende Methoden zur Migränebehandlun g:

Meist werden die folgenden Methoden ergänzend eingesetzt, d.h. als Monotherapie (= alleinige Behan dlung) ist die Wirkung in der Migränebehandlung in der Regel nicht ausreichend.

Kombinationskop f schmerzen bei denen eine Komponente die M igräne ist:

In der Klinik sehen wir Kombinationskopfschmerzen immer häufiger, wobei eindeutig die Kombination eines primären (= als eigenständiges Krankheitsbild auftretenden) (hauptsächlich M igräne) mit einem sekundären (= als Folge einer Er krankung oder "Vergiftung" auftretenden) (hauptsächlich Schmerzmittel-Kopfschmerzen) Kopfschmerz dominiert. Bei Beteiligung eines Schmerzmi ttel-Kop fschmerzes kann oftmals die Ursprungskomponente erst nach einer Entzugsbehandlung diagnostiziert werden, weil erst dann die ursprüngliche spezifische Symptomatik wieder in den Vordergrund rückt. Kombinationskop fschmerzen treten fast immer als Dauerkopfschmerzen auf.

Die Kombinationen

1. M igräne und Spannungskopfschmerzen, wobei die einzelnen Komponenten entweder gemeinsam oder zeitlich voneinander getrennt auftreten können. Da die Einzelsymptome fließend ineinander übergehen können, lassen sich nicht in jedem Falle die Einzelkomponenten trennen. Häufig kommen die Patienten mit der Hilfsdiagnose "migränoide Kephalgie" (= migräneartige Kop fschmerzen).

2. M igräne und Schmerzmittelkopfschmerz / Ergotaminkopfschmerz. Bei dieser Kombination dominiert als zweite Komponente aufgrund eines Schmerzmi ttel- oder Ergotaminabusus (= mißbräuchliche Anwendung von Er gotamin) ein vasomotorischer Kopfschmerz (= von Blutgefäßen ausgehender Kopfschmerz) , also dumpf und pulsierend. Ein unflankierter Entzug des Ergotamins (= in dem als alleinige Maßnahme das Er gotamin weggelassen wird) führt häufig zu statusartigen (= anhaltenden) Migräneanfällen.

Behandlun g bei einem Kombinationskopfschmerz:

1. Zur Behandlun g der Kombination von M igräne und Kopfschmerzen vom Spannungstyp gilt als M ittel der Wahl die parallele Medikation mit einem Beta-Blocker (= eigentlich ein Blutdruckmittel, wirkt aber auch gegen Mi gräne) und einem Antidepressivum (= Mi ttel gegen Depression, aber auch bei Schmerzen hilfreich). Wir bevorzugen Propanolol, 160-240 mg/d und Maprotilin, bis 150 mg/d. Für die akute und subakute Behandlun g hat sich die therapeutische Lokalanästhesie (= Behan dlung mit einem örtlichen Betäubungsmittel) im Kopfbereich bewährt. Je nach aktueller Schmerzsituation können auch Schmerzmittel verabreicht werden.

2. Bei allen Kombinationen, die mit einem Schmerzmi ttel- oder Ergota m inabusus (= mißbräuchliche Anwendung von Schmerzmittel bzw. Ergotamin) einhergehen, wie die Kombinationen M igräne und Schmerzmittel- oder Ergotamin-Kopfschmerz, steht zunächst die Entzugsbehandlung im Vordergrund. Wegen dem gefürchteten Entzugskopfschmerz sollte die Behandlun g stationär in einer Schmerzklinik erfolgen.
Nach unserer Erfahrung läßt sich ein Entzug besonders erfolgreich mit Trimipramin (= ein Mi ttel primär zur Behan dlung der Psyche, wirkt aber auch schmerzlindernd) bewerkstelligen. Die sonst ca. 3-10 Tage anhaltenden Entzugskop fschmerzen sprechen in der Regel zuverlässig auf die wiederholte (1 bis 2 mal tägliche) therapeutische Lokalanästhesie im Kopfbereich an.
Die Behandlun g mit Lokalanästhetika (= örtliche Betäubungsmittel) ist in dieser Situation die optimale Lösung, da es wenig sinnvoll ist, Entzugskopfschmerzen wieder mit (anderen) Schmerzmitteln behandeln zu wollen. Da die therapeutische Lokalanästhesie auch zur prophylaktischen (= vorbeugenden) Migränebehandlun g geeignet ist, tritt die ursprüngliche M igräne nach einem erfolgreichen Entzug oft nur noch in abgeschwächter Form auf.
Bei nicht ausreichender Wirkung kann immer noch zusätzlich ein Betablocker (= Blutdruckmittel, das auch bei Mi gräne hilft) (z.B. Propanolol) oder ein Serotonin-Antagonist (= ein dem Gewebshormon Serotonin entgegenwirkendes Mi ttel) verabreicht werden.

Grundsätzlich sind auch bei den verschiedenen Kombinationskop f schmerzen nichtmedikamentöse Therapieverfahren sinnvoll, so z.B. die transkutane (= über die Haut verabreichte) elektrische Nervenstimulation mittels Klebeelektroden, insbesondere aber auch psychologische Interventionen (z.B. Erlernen von Entspannungstechniken, Schmerzbewältigungstraining).

Wußten Sie schon, daß laut Bundesregierung alle gesetzlich krankenversicherte Personen einen Rechtsanspruch auf eine Rehabilitation haben und sich ihre Rehabilitationseinrichtung sogar selbst aussuchen können? - Lesen Sie dazu die Ausführungen des Bundesministeriums für Gesundheit: http://www.die-gesundheitsreform.de/gesundheitssystem/themen_az/infoblaetter/rehabilitation/index.html?param=st (einfach anklicken)
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Ist eine Rentenversicherung Kostenträger, besteht diese Wahlmöglichkeit jedoch nicht, aber:
Sozialgerichte stärken die Rechte von Schmerzpatienten gegenüber den Rentenversicherungen. Danach hat ein Schmerzpatient ein Recht darauf, in einer schmerztherapeutischen Klinik behandelt zu werden.
Hier gelangen Sie zu einem 1. Urteil (Sozialgericht Kassel) (Pressemitteilung dazu: http://www.pressetext.de/pte.mc?pte=051207009&phrase=schmerzklinik). Mittlerweile gibt es diesbezüglich zwei weitere Urteile, so vom Landessozialgericht Hamburg: http://www.schmerz.com/schmerzen/sozialgericht2 (Pressekommentar dazu: https://www.pressetext.at/pte.mc?pte=070710027&phrase=Schmerzklinik) und vom Sozialgericht Köln erging eine entsprechende, einstweilige Verfügung in nur 23 (!!) Tagen: www.schmerz.com/schmerzen/sozialgericht3.

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I Idiopathische Trigeminusneuralgie, Iliosakralgie,
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Nackenschmerz (www.nacken-schmerz.de), Nackenschmerzen (www.nackenschmerzen.org), Nacken-Schulter-Arm-Syndrom, Nacken-Zungen-Syndrom, Nasennebenhöhlenentzündung (www.nasen-nebenhoehlenentzuendung.de), Nasoziliarneuralgie, Nasociliaris-Neuralgie, Nebenhöhlenentzündung (www.nebenhoehlenentzuendung.de), Nervenengpasssyndrom, Nervenkrankheiten,Nervenschmerz (http://www.nervenschmerz.eu), Nervenwurzelentzündung, Nervenwurzelkompressionssyndrom, Nervenwurzelreizsyndrom, Nervus petrosus-Neuralgie, Neuralgie (www.neuralgie.com), Neuralgie des Ganglion pterygopalatinum, Neuralgie des Glossopharyngeus, Neuralgien, Neuralgie-postzosterische, Neuralgische Schulteramyotrophie,Neuralgie nach Gürtelrose, Neurodystrophie, Neuronitis, Neuropathie, neuropathischer Schmerz (www.neuropathischer-schmerz.com) (1), neuropathischer Schmerz (http://www.neuropathischer-schmerz.eu)(2)
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P Paget Krankheit, Pancolitis (www.pancolitis.de), Parkbanksyndrom, Paroxysmale Hemikranie,
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Q Querschnittsyndrom, Quadranten-Syndrom
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